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Fashion on the Move

# 03/19

Bis vor Kurzem konnte man sich darauf verlassen, wie Mode funktionierte: Es gab Saisons, Trends und die unablässige Suche nach etwas Neuem. Doch das hat sich geändert. Trends werden nicht mehr bloss von Designern bestimmt, die Modeszene lässt sich auch von Bloggern aus Manila und Influencern aus Kopenhagen inspirieren. Die Branche durchlebt einen tiefgreifenden Wandel – gleichzeitig haben Fashionistas mehr Wahlmöglichkeiten als je zuvor. Die renommierte Journalistin Susan Stone exklusiv in der März-flair über die aktuellen Mode-Bewegungen.

Fotos Looks v. l. n. r.: Burberry, Stella McCartney und Gucci u?ber catwalkpictures.com, pixabay.com, Unsplash, Designed by Freepik, courtesy Parley for the Oceans
Fotos Looks v. l. n. r.: Burberry, Stella McCartney und Gucci u?ber catwalkpictures.com, pixabay.com, Unsplash, Designed by Freepik, courtesy Parley for the Oceans

Grün ist das neue Schwarz

Nachhaltige Mode und ethisches Handeln sind nicht mehr gegenkulturelle Forderungen, sondern längst im Mainstream angekommen. Mittlerweile ist jedem klar, dass man gut aussehen und gleichzeitig das Richtige tun kann. Und die Branche spekuliert darauf, dass die Kundschaft ethisch handelnden Marken treu bleiben wird. Vorreiterin dieses Trends war Stella McCartney. Seit dem Start ihres Labels im Jahr 2001 setzt sie auf umweltfreundliche Produktionsmethoden und Materialien, für die keine Tiere leiden mussten. Selbst ihre Boutiquen – Holzfußböden aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, mit Ökostrom versorgt – verkünden die Botschaft. „Meine persönliche Auffassung von Luxus ist es, meine Stimme erheben zu können, Freiheit, saubere Luft und sauberes Wasser zu haben, gemeinsam mit glücklichen und gesunden Tieren leben zu können und mich an Mutter Natur und dem Planeten Erde orientieren zu können. Ich wüsste nicht, was Luxus sonst sein sollte“, sagte die Designerin bei einer Veranstaltung für die Website „Business of Fashion“, bei der sie ihre Teilnahme an einer neuen Charta verkündete, mit der sich die Modebranche für den Klimaschutz einsetzen will. Mittlerweile folgen viele prominente Modemacher McCartneys Beispiel, doch der Wandel kommt auch von Außenseitern. Das bei Moderedakteurinnen beliebte Berliner Indie-Label working title verzichtet auf Polyester oder Erdölprodukte und verwendet ausschließlich natürliche Materialien. Die Londoner Marke Mother of Pearl hat für ihre ethisch hergestellte Abendmode-Kollektion nachhaltige Stoffe entwickelt, die durchweg in Europa hergestellt werden. Das Blatt hat sich wohl endgültig gewendet. Im September vergab die von Livia Firth ins Leben gerufene „Green Carpet“-Challenge, die Prominente dazu ermuntert, bei hochkarätigen Anlässen ethisch produzierte Kleidung zu tragen, zum ersten Mal ihren Emerging-Designer-Preis. Mit ihm werden junge Modemacher ausgezeichnet, deren Designerstücke für den roten Teppich eine rückverfolgbare Lieferkette haben und möglichst umweltschonend hergestellt wurden …

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15.03.2019