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Alejandro Mesonero im Interview: „Mode beeinflusst meine Arbeit als Autodesigner“

Auto-Design ist mehr als nur Geschmacksfrage, es ist ein komplexer Prozess, dessen viele Komponenten den Erfolg eines ganzen Konzerns bestimmen können. SEAT's Kreativchef Alejandro Mesonero findet für seine Arbeit Inspiration in der Mode...

Text: Rima Wienand

Das Auto von heute reflektiert unsere Persönlichkeit. Der SEAT Mii beweist „,dass Großes macnhmal auch kleiner sein kann“ so Alejandro Mesonero / Foto: PR
Das Auto von heute reflektiert unsere Persönlichkeit. Der SEAT Mii beweist „,dass Großes macnhmal auch kleiner sein kann“ so Alejandro Mesonero / Foto: PR

Seit 2011 verantwortet Designchef Alejandro Mesanero von der ersten Skizze bis zur finalen Umsetzung das Markengesicht von SEAT. Anlässlich der Präsentation des SEAT Mii traf flair in London auf den kreativen Kopf des spanisches Autoherstellers – ein Gespräch über die gesellschaftliche Rolle des Autos früher und heute, den Einfluss von Modetrends auf die Automobilbranche und über das Design von morgen...

Sie arbeiten seit 1994 in der Automobilbranche. Wie hat sich seither Ihre Arbeit verändert?
Als ich 18 Jahre alt war, bekam ich mein erstes Auto. Für einen Teenager in Zeiten ohne Handy und Computer das Größte. Plötzlich war ich unabhängiger und flexibler als je zuvor. Für den jungen Menschen von heute kaum noch nachvollziehbar. Per Mausklick kommuniziert er quer über den Kontinent. Im Gegensatz zur älteren Generation verbindet er mit dem Autofahren weniger ein Autonomie- und Freiheitserlebnis, sondern vielmehr eine Möglichkeit unkompliziert von A nach B zu kommen. Damit einhergehend ist es für junge Erwachsene zwar erstrebenswert ein Auto zu fahren, man muss es jedoch nicht mehr zwingend notwendig besitzen. Das zu ändern, bestimmt derzeit besonders unsere Arbeit.

Wie beeinflussen Sie in Zeiten von Instagram und Co. die sozialen Medien in diesem Anspruch?
Sehr! Was gefällt den Europäern, was geht in Japan? Fragen wie diese lassen sich heute leichter bestimmen. Die verschiedensten Plattformen erlauben den Informationsaustausch zwischen Marke und Konsument. So können wir spezifischer und schneller auf Bedürfnisse eingehen.

Auch Designer und Luxusmarken geben sich in den sozialen Netzwerken so offen wie nie. Finden Sie in der Mode Inspiration?
Mode beeinflusst mich in meiner Arbeit sehr. Wer sich für ein bestimmtes Kleid entscheidet, entscheidet sich auch für ein bestimmtes Auto. Anhand von aktuellen Farb-, Stoff- und Schnitttrends versuchen wir Prognosen zu erstellen, was dem Konsumenten in Zukunft gefallen wird. Dabei planen wir nicht wie Modedesigner für das kommende Jahr, sondern für ein Auto, das in vier, fünf Jahren erscheint.

Wie steht es mit dem Design von Morgen?
Wenn für viele heute noch unvorstellbar, wird die Zukunft selbstfahrend sein. Das heißt, wir werden viel Zeit in Autos verbringen, ohne selbst am Steuer zu sitzen. Die Aufgabe von uns Designern ist dann ein zweites Wohnzimmer zu schaffen, das Design und Technik für Jung und Alt gleichermaßen vereint.

01.12.2016