flair im Mai 2018

Think Pink

# 05/18

Prinzessin. Punk-Girlie. Powerfrau – keine Farbe spricht so viele weibliche Facetten an wie Rosa. Erfolgsautorin Barbara Vinken betrachtet exklusiv für flair das „kleine Rot” in all seinen Schattierungen – und erklärt, was es so unwiderstehlich macht.

Illustration: Claudia Klein
Illustration: Claudia Klein

Geht es Ihnen auch so? Sie gehen in ein Blumengeschäft und kommen mit den pinkesten aller pinken Tulpen raus? Oder aus einem Kleidergeschäft todsicher mit einem knallpinken Tüllrock? Einfach unwiderstehlich hat Ihnen die Farbe ins Auge gestochen. Vergessen Sie Schwarz, Blau, Beige! Eine Freundin hat sich für eine pinke Nachttischskulptur entschieden. Wir färben uns die Haare rosa, in den Weinschaufenstern stapelt sich der Rosé, verlockend, in allen erdenklichen Nuancen; die Dame von Welt trinkt seit Jahren selbstverständlich ausschließlich Rosé-Champagner.

„Pink positive“ – was ist bloß passiert? Denn bis vor Kurzem fielen auf Pink, das englische Rosa, nur die kleinen Mädchen herein, in Scharen konditioniert von dieser angeblich femininsten Farbe wie der pawlowsche Hund. „Pinkstinks“, erinnern Sie sich? Anno 2008, so lange ist es nicht her, gründeten zwei Schwestern in London eine Initiative, die sich vornahm, etwas gegen die „pinkification“ der Mädchenwelt zu tun, die in Spielzeugläden rund um die Welt – Lillifee ließ grüßen – zu einer grenzenlosen Schwemme an pinkem Zeug (Bettwäsche, Brillen, Tapeten, Haarbänder und Haarklämmerchen) führte. Allein die Farbe garantierte reißenden Absatz. Spielzeug für die hübsche Welt der kleinen Mädchen („so girlie“), alles Prinzessinnen …

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18.05.2018