kultur

Save the Date im Januar 2017

Theater in Berlin und Bochum, Musik in Hamburg und Kunst in München und Düsseldorf – diese Termine sollten Sie im Januar nicht verpassen

Text: flair Redaktion

Bühne:
Horror im Kinderzimmer

Strawinskys Ballett Petruschka und Ravels surrealistische Oper L’Enfant et les Sortilèges (Das Kind und der Zauberspuk) sind ohnehin schon ein Knaller. Nun kommen beide Stücke an einem Abend in der Komischen Oper Berlin gemeinsam auf die Bühne. Für Bühnenbild, Konzeption und Kostüme ist wieder einmal die britische Gruppe „1927“ verantwortlich, die schon Barrie Koskys letzte Produktion der Zauberflöte so erfolgreich machte. Ihre Aufführungen stehen für eine zauberhafte Mischung aus animierten Projektionen, die im Stil expressionistischer Stummfilme daherkommen und gruselige Kinderbuchillustrationen. Liebevoll gestaltet bis ins kleinste Detail. Absolut sehenswert!

Foto: Jan Windszus Photography
Foto: Jan Windszus Photography

Premiere 28.1.17,
weitere Vorstellungen: 4. und 8.2.17

Komische Oper Berlin
Behrenstraße 55-57
10117 Berlin

Mehr Infos:
www.komische-oper.de


Bühne:
Es brennt!

Herr Biedermann ahnt natürlich, dass die beiden Männer die gesuchten Brandstifter sind, gewährt ihnen aber trotzdem Unterschlupf. Er ist nur zu feige, sie rauszuschmeißen. Am Ende steckt er ihnen sogar noch die Streichhölzer zu, mit denen sie schließlich die ganze Stadt vernichten. „Biedermann und die Brandstifter“ ist ein Stück über bourgeoisen Opportunismus, der die Katastrophe überhaupt erst möglich macht. Selten war dieser Stoff aktueller als heute. Hasko Weber vom Deutschen Nationaltheater Weimar inszeniert nun Max Frischs Lehrstück für das wunderbare Schauspielhaus in Bochum.

Foto: Jürgen Landes
Foto: Jürgen Landes


Musik:
Eröffnung, endlich!

Für das Eröffnungsfestival der Elbphilharmonie müssen schon besondere Größen her. Riccardo Muti ist so eine – und einer der größten Dickschädel der Zunft. Ein Konzert im Buckingham Palast zu Charles’ 60. Geburtstag sagte er ab, nachdem man ihn zweimal darum gebeten hatte, sein Programm zu kürzen. Er sei kein Entertainer! Ist er natürlich doch, wenn auch nicht im herkömmlichen Sinne. Der Star am Pult kann sich Allüren leisten, seine Karriere ist beispiellos: Seit 1971 dirigierte er bei den Salzburger Festspielen, 1986 wird er Chefdirigent der Mailänder Scala. In Chicago, seiner heutigen Wirkungsstätte, sei er fast genauso populär wie Barack Obama heißt es. In Hamburg wird er an zwei Abenden, am 14./15.1. mit dem Chicago Symphony Orchestra zu Gast sein. Großartige Konzertkunst in einem großartigen Gebäude!

Foto: Maxim Schulz
Foto: Maxim Schulz

Termine: 11.-18.1. 2017

Elbphilharmonie Hamburg
Platz der Deutschen Einheit 4
20457 Hamburg

Mehr Infos: www.elbphilharmonie.de


Kunst:
Auge und Ohr

Immer was los im in der Kunsthalle Düsseldorf: Die Besucher pressen Handfunkgeräte ans Ohr und lauschen einer imaginären Radioshow mit Live-Übertragungen und Bandaufnahmen. Bevor der Künstler Samson Young auf der kommenden  Biennale in Venedig seine Heimat Hongkonmg repräsentiert, sind seine Arbeiten in einer ersten europäischen Einzelausstellung in Deutschland zu sehen – und vor allem zu hören. Samson Young, der in Princeton einen Doktor in Komposition gemacht hat, ist nämlich eigentlich ein Mann des Ohrs. Seine Installation Dream FM 993 ist daher alles in einem: Installation, Performance und Hörspiel.

Samsong Young / Foto: © The Artist
Samsong Young / Foto: © The Artist


Kunst:
Liebling der Sammler

Wade Guyton ist teuer, richtig teuer. Ein Sammlerliebling, aber sicher niemand, dessen Arbeiten man sich ins Wohnzimmer hängt. Zu unattraktiv sind die Bilder auf den ersten Blick. Zu schwierig zu erfassen. Ein Avantgardist des 21. Jahrhunderts, dessen Hype sich aus dem Unspektakulären speist: Er arbeitet lässig, minimalistisch, setzt mit dem Tintenstrahldrucker grob gezeichneten Xe auf einen unspektakulären Untergrund. Er liefert Epson-Drucke eben, wirft mit „Strg + P den Drucker an und bedruckt so Magazinseiten, Kunstkataloge und einfarbige Leinwände. Im Museum Brandhorst in München sind die Leinwände inzwischen üppiger bestückt – mit Schnappschüssen aus seinem New Yorker Atelier, Screenshots der New York Times. 16 Vitrinen zeigen unzählige Zeichnungen. Vielleicht ist sogar etwas dabei, das eine Wohnzimmerwand schmücken könnte.

Foto: Ron Amstutz / © Wade Guyton
Foto: Ron Amstutz / © Wade Guyton

Ausstellungsdauer: 28.1.-30.4.17

Museum Brandhorst
Theresienstraße 35 a
80333 München

Mehr Infos: www.museum-brandhorst.de

02.01.2017