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Swarovski: Designers of the Future

Bereits zum zweiten Mal präsentierte Swarovski auf der Design Miami in Basel die „Designers of the Future“-Initiative. flair hat Thomas Aastad, Architektur- und Designdirektor des Tiroler Familienunternehmens, auf der weltgrößten Messe für moderne Kunst zum Interview getroffen

Interview: Nora Unterrainer
Fotos: Swarovski, Mark Cocksedge

  • Seit 2015 vergibt Swarovski den Nachwuchspreis „Designers of the Future“. Dieser zeichnet junge Designtalente aus, die mit ihrer Arbeit zukunftsweisende Richtungen einschlagen. Sie erhalten die Möglichkeit, über das reine Produktionsdesign hinaus an konzeptionell oder technologisch avantgardistischen Projekten zu arbeiten. Dieses Jahr präsentierten die Gewinner Anjali Srinivasan, Studio Brynjar & Veronika und Yuri Suzuki auf der Design Mami in Basel ihre funkelnden Kreationen.Seit 2015 vergibt Swarovski den Nachwuchspreis „Designers of the Future“. Dieser zeichnet junge Designtalente aus, die mit ihrer Arbeit zukunftsweisende Richtungen einschlagen. Sie erhalten die Möglichkeit, über das reine Produktionsdesign hinaus an konzeptionell oder technologisch avantgardistischen Projekten zu arbeiten. Dieses Jahr präsentierten die Gewinner Anjali Srinivasan, Studio Brynjar & Veronika und Yuri Suzuki auf der Design Mami in Basel ihre funkelnden Kreationen
  • Die Installation „Unda“ von Glaskünstlerin Anjali Srinivasan aus Indien besteht aus Swarovski Touch Crystal und reagiert auf menschliche Berührungen
  • Yuri Suzuki, Klangkünstler aus Japan, verwendet Swarovski-Kristall als akustisches Material für sein Kristallophon „Sharevari“
  • Die Installation des deutsch-isländischen Künstlerduos Studio Brynjar & Veronika verbindet natürliches Licht mit Swarovski-Kristall und erzeugt so überraschende Effekte

Swarovski hat den „Designers of the Future“-Award heuer zum zweiten Mal vergeben. Was haben Sie dieses Jahr anders gemacht als im Jahr zuvor?
Wir haben uns mehr Zeit genommen. Wir haben die Designer früher nach Wattens eingeladen, wo sie tief in die DNA des Unternehmens eintauchen und so viel wie möglich über Kristall lernen konnten. Man fährt mit einer Idee nach Wattens und kehrt mit vielen neuen zurück. Ich glaube, nach dem Besuch in Tirol hatte Anjali Srinivasan neun verschiedene Ideen für ihre Installation, es ist unvorhersehbar!
 
Was steckt hinter der Design-Vorgabe „Betterment“, an der sich die jungen Designtalente orientieren sollten?
Die Gesellschaft verändert sich gerade enorm, das Klima, die Politik, die Religion. Es sind unruhige Zeiten, auf der ganzen Welt. Wir haben unsere Designer also gebeten, darüber nachzudenken, was wir tun können, um das Leben in Zukunft zu verbessern. Für Anjali Srinivasan waren das menschliche Berührungen. Wenn Menschen sich berühren, fangen sie an zu strahlen, und dieses Strahlen wollte sie mit ihrer Installation widergeben. Brynjar von Studio Brynjar & Veronika stammt aus Island, wo die Menschen acht oder neun Monate lang mehr oder weniger in Dunkelheit leben und Licht Luxus ist. Also haben sie versucht, Lichtspiele in ein Interieur-Setting zu holen. Und Yuri Suzuki hat sich für besondere Klänge entschieden. Es war interessant zu sehen, wie die Besucher mit dem Kristallophon interagiert haben, es hat sie glücklich gemacht. Manche haben sogar begonnen Samba zu tanzen!
 
Wonach suchen Sie, wenn Sie junge Designtalente auswählen?
Die Auswahl trifft eine internationale, sechsköpfige Jury. Nadja Swarovski ist Teil dieser Jury, ebenso Deyan Sudjic, der Direktor des Design Museum in London, oder auch Trendforscherin Li Edelkoort. Jeder von ihnen schlägt ein paar Personen vor, daraus ergibt sich schließlich eine Short List und am Ende gewinnen die drei Designer mit den meisten Stimmen. Wir vertrauen der Jury vollkommen. Und wir stellen uns auch den Herausforderungern, die sich daraus ergeben. Mit einem Klangkünstler hatten wir beispielsweise noch nie zuvor gearbeitet. Das Ergebnis war sensationell, denn wir haben den Entwurf von Yuris Kristallophon tatsächlich nie verändert. Die Designer arbeiten so gerne mit Swarovski, weil wir ihnen alle Freiheiten lassen. Sie haben eine Vision und wir setzen sie um. So ging es auch den Designern der Swarovski Home-Kollektion. Sie konnten nicht glauben, dass die fertigen Produkte genauso aussahen wie ihre Skizzen.
 
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter in Wattens bei der Realisierung der Entwürfe?
Ohne sie sind wir gar nichts! Swarovski ist ein Familienunternehmen und viele der Mitarbeiter arbeiten seit fast dreißig Jahren für uns und sind mittlerweile Teil der Famile. Sie haben viel von der Arbeit mit den Designern gelernt, denn die Kreativen kommen von außen, sie haben neue Ideen, gehen an Grenzen und wollen verrückte Dinge umsetzen. Von diesem Austausch profitieren wir, wenn wir neue Produkte entwickeln. Auch wenn ich mich schon manchmal frage „Oh mein Gott, wie können wir das realisieren?“. Aber in Wattens gibt es einen Experten für alles, nicht nur eine Lösung, sondern auch eine Person, die die Idee umsetzen kann. Eine wahre Schatzkiste!
 
Bitte werfen Sie für uns noch einen Blick in die Zukunft: Welchen Kristalltrend sehen Sie 2020?
Die Kombination aus Kristall und Architektur ist ein neuer Bereich, dem wir uns gerade annähern und den wir spannend finden. Für die Kristallkacheln, die Studio Brynjar & Veronika entworfen haben, gibt es jedenfalls schon Interessenten...

160622-0020---Thomas-Aastad

Seit Sommer 2015 leitet der gebürtige Norweger Thomas Aastad die Architektur- und Design-Sparte von Swarovski. Vorher machte er sich knapp vier Jahre lang bei dem Design-, Kunst- und Lifestyle-Magazin „Wallpaper“ zunächst als Marketing Manager und schließlich als Head of Special Projects einen Namen.

06.09.2016