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R.S.V.P. Papier in Berlin Mitte - Interview

Bürobedarf, aber stylish! Mit feinen Papeterie-Accessoires macht die Schreibtischarbeit doch gleich viel mehr Spaß! Wer geschmackvolle Arbeitsutensilien sucht, der sollte bei Maike Wander in der Papeterie R.S.V.P. in Berlin Mitte vorbeischauen. Unsere Flairette Karolin Langfeldt hat die Inhaberin getroffen und erfahren das Stiftgummis gerade extrem angesagt sind.

von Karolin Langfeldt (Text) und Luise Müller-Hofstede (Bilder)

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R.S.V.P. Berlin.

Die Erfüllung eines Lebentraums

Beim Betreten des Ladens von Maike Wander in der Mulackstraße 14 scheint man Zeit und Raum an der Türschwelle zurückzulassen. Warme Holztöne, klare Formen und sanfte Lichtboxen geben dem Raum Ruhe und verleihen ihm ein japanisches Flair. Purismus statt Reizüberflutung lautet sowohl das Motto des Innendesigns als auch des Sortiments. Die studierte Kulturwissenschaftlerin trägt die Waren aus der ganzen Welt zusammen. Geblümtes Papier aus Italien, silbernes aus Japan, Notizbücher aus den USA, Hefte aus Korea und Kugelschreiber aus Frankreich - Maike Wander ist mit Leidenschaft dabei und und achtet bei jedem Stück darauf, dass es zu ihr und ihrem Geschäft passt. Schließlich ist R.S.V.P die Erfüllung ihres Lebenstraumes, bereits als kleines Mädchen träumte sie davon eine Papeterie zu besitzen.

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Papier stapelt sich stilvoll in offenen Holzregalen.

Frau Wander, seit wann gibt es R.S.V.P. und wie kamen Sie dazu eine Papeterie zu besitzen?

Den Laden gibt es seit 2001, allerdings gehörte er damals Elisabeth von Treskow. Ich fing nach meinem Studium an hier zu jobben und nach einem halben Jahr fragte mich meine damalige Chefin ob ich den Laden übernehmen möchte. Das war 2004, es war immer mein Traum eine Papeterie zu besitzen und so habe ich nicht lange gezögert und den Laden übernommen.


Was ist das Konzept von R.S.V.P.?

Ich habe in meinem Laden immer ein paar Basics, aber ansonsten wechselt das Sortiment sehr häufig. Ich bestelle immer nur kleine Mengen, zum Beispiel zehn Hefte aus Korea. Nur durch die Abwechslung gibt es einen Grund immer wieder meinen Laden zu besuchen und zu gucken was es Neues gibt. Ansonsten wäre mir auch langweilig, das Schöne ist ja, dass man immer auf der Suche ist und immer wieder neue Leute findet die tolle Sachen machen. Mir macht es Spaß denen eine Plattform zu bieten. Ich suche nach Sachen, die noch kein anderer Laden in Berlin anbietet. In dem Moment, wo andere Läden die gleichen Sachen haben, nehme ich das Produkt aus dem Sortiment und suche etwas neues.

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Schöne Drucke auf feinem Papier.

Zusätzlich zu Ihrem Laden in der Mulackstraße betreiben sie einen Online- Shop. Bietet der die selben Produkte?

Nein, es ist nicht genau dasselbe Sortiment im Laden wie im Online-Shop. Im Online-Shop wechselt das Sortiment nicht so häufig, da konzentriere ich mich auf die Basics.

In unserem digitalen Zeitalter, in dem man Emails statt Briefe schreibt und alles wesentliche in sein I-Phone tippt scheinen immer mehr Leute wieder Wert auf schönes Papier und Accessoires zu legen. Was meinen Sie, warum ist das so?

Ich glaube, es ist eine Art Gegenbewegung zu der ganzen 80iger Jahre Plastikkultur. Das man sagt: Ich kann diese ganzen Werbekugelschreiber mit denen man überhäuft wird nicht mehr sehen! Lieber habe ich einen Schönen zu Hause anstatt dreißig von diesen grässlichen Dingern überall. Insofern bekommt dieser eine Kugelschreiber einen anderen Wert, er erfährt eine Aufwertung. Außerdem ist eine Verschiebung vom Notwendigen hin zum Schönen zu beobachten. Nimmt man beispielsweise Kalender. Der Verkauf von Kalendern war letztes Jahr deutlich rückgängig, weil sich viele über ihre elektronischen Geräte organisieren. Da merkt man, das Papierkalender einfach nicht mehr notwendig sind.

Im Gegensatz dazu nimmt der Verkauf von besondere Karten deutlich zu. Man schreibt ja keine Karte mehr, weil es der einzige Weg ist um beispielsweise mit dem Geliebten in Athen zu kommunizieren. Das läuft alles über Email, Karten sind nicht mehr notwendig. Aber deswegen bekommt die Karte und die Tatsache, dass es eine besondere, eine schöne Karte ist einen anderen Stellenwert. Der Trend ist hin zum Hochwertigen, zum Besonderen.

Eine andere Sache ist, dass man durch die ganze Elektronik einen Mangel an haptischen Erlebnissen hat und da ist gerade Papier wahnsinnig vielfältig. Das fasziniert mich immer noch! Die Haptik von Papieren ist so unterschiedlich und jede so speziell. Man muss Papier wirklich anfassen, die Unterschiede lassen sich nicht sehen sondern wirklich nur fühlen. Das ist eine Anregung die einem der Computer nicht bieten kann.

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Gibt es eine Marke, die diesen "Papier-Trend" ausgelöst hat?

Semikolon waren in meiner Erinnerung die Ersten, die zum Schlichten und Hochwertigen zurückgegangen sind.

Würden Sie sagen, dass Semikolon immer noch den Markt bestimmt bzw. Trends setzt?

Nein, das würde ich nicht sagen. Da sind mittlerweile so viele nachgekommen die die Möglichkeiten erkannt haben.

Welche Marken sind die führenden?


Das kann ich gar nicht sagen, weil die mich nicht interessieren. Da bin ich mit meiner Miniverkaufsfläche nicht geeignet und kann ich nicht mithalten. Ich biete das Besondere und überlege mir ganz genau welche Produkte in meinen Laden passen.

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Welches Produkt ist bei Ihren Kunden gerade besonders begehrt?

Besonders begehrt sind gerade die Stiftgummis. Die kommen von einer tschechischen drei Personenfirma mit tollen Ideen und super Produkten. Ich probiere mich gerade, auch aus ökologischen Gründen, auf europäische Produkte zu konzentrieren.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingsstück und warum?

Mein Lieblingsstück ist nach wie vor der Caran d'Ache Kugelschreiber. Das ist einfach ein toller Stift!

R.S.V.P. - Papier in Mitte, Mulackstr. 14  10119 Berlin (T 030 280 946 44)
Infos unter: www.rsvp-berlin.de

10.09.2012