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Deutsche Modedesigner in Paris

Von wegen Deutsche können keine Mode! Ob feste Größe oder neues Gesicht – flair stellt die spannendsten deutschen Exportschlager vor, die sich auf dem Schauenplan der Pariser Modewoche fanden... 

  
Text: Rima Wienand

Zwar gewinnt Berlin als Standort für Mode zunehmend an Relevanz, vielversprechende Jungdesigner zieht es jedoch nach wie vor früher oder später in die internationalen Modemetropolen. Denn auch wenn mittlerweile selbst deutsche Politiker erkannt haben, dass Mode als Wirtschaftszweig gefördert werden muss, trifft man in Berlin noch lange nicht auf jenes wegweisendes Publikum, dass London, Mailand oder Paris zu bieten hat. Vor diesem Hintergrund wundert es wenig, dass sich auch diese Saison unter den zahlreich präsentierten Frühjahrs-/Sommerkollektionen für 2017 deutsche Designs neuer Gesichter fanden. Ob nun Debüt oder in Frankreich längst zu Hause – flair stellt sechs spannende Designer vor... 


Kaviar Gauche

Die Designerinnen Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl lernten sich während ihres Studiums an der Berliner Modeschule Esmod kennen. Nach dem Abschluss gründen sie 2004 ihr Label Kaviar Gauche, dass sich seither auf dem internationalen Markt behauptet –  Renommee, das in Berlin nur wenige haben; Lala Berlin und Michael Michalsky gehören dazu. Der Erfolg sei vor allem dem Schritt nach Paris geschuldet, sind sich die Designerinnen sicher. Während sie ihre Kollektionen anfangs noch im Showroom präsentierten, zeigen sie heute größer. Für die Bridal Couture Kollektion 2017 „Sans Souci“, zu deutsch: ohne Sorgen, wurde in die beeindruckenden Räumlichkeiten der Fondation Mona Bismarck geladen. Zu sehen waren klassisch-feminine und elegant-lässige Designs aus Seide, Taft und Tüll – eben jenes Design, für das das Label steht.

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Lutz Huelle

Während Lutz Huelle hierzulande nur wenigen ein Begriff ist, hängen seine Entwürfe von New York bis Tokio in den besten Boutiquen. Für all jene, die noch nie von ihm gehört haben: Der gebürtige Deutsche lebt seit 1995 in Paris, gründete 2000 sein gleichnamiges Label und zeigt seine Kollektionen von Anbeginn im Rahmen der Pariser Modewoche. Seine Designs vereinen Alltags- mit Couture-Elementen, stets mit durchdachten Details versehen. In seiner aktuellen Frühjahrs-/Sommerkollektion treffen knallige Farben auf Camouflage und dekonstruierte Herrenhemden zaubern breite Schultern.

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Nobi Talai

Innerhalb kürzester Zeit vom Status „völlig unbekannt“ hin zu „Hoffnungsträger der deutschen Modewelt“ – was nach einer Karriere aus dem Bilderbuch klingt, ist Nobieh Talaei mit ihrem 2015 gegründeten, fast gleichnamigen Label Nobi Talai (die vereinfachte Form ihres Namens) gelungen. Kurz vor ihrer ersten Debüt-Kollektion, die sie 2016 im Rahmen der Fashion Week zeigte, wird die gebürtige Iranerin vom German Fashion Council als eine der ersten für ein Mentorenprogramm zur Förderung von Jungdesigner auserwählt. Unter diesem stellt sie noch im selben Jahr im Berliner Modesalon aus und zeigte ihre Kollektion auf der Paris Fashion Week.

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Aus der spontanen Idee heraus Mode ganzheitlich aus Jersey entwerfen zu wollen, entstand 2008 das Label Odeeh. Doch manchmal kommt eben alles ganz anders und so bestechen die Designs von Jörg Ehrlich und Otto Drögsler durch ausgefallene Drucke und skulpturale Schnitte. Besonderes Highlight 2016: Die Frühjahrs-/Sommerkollektion zeigte das Duo nicht wie üblich in Paris, sondern in im Rohbau des Berliner Stadtschlosses im Rahmen der Berliner Fashion Week.

ODEEH darkside hoch klein 2015
Foto: Ingo Peters


Talbot Runhof

1992 gründen Johnny Talbot und Adrian Runhof in München das Label „All About Eve“, das sich insbesondere mit moderner Abendmode einen Ruf macht. Seit 2000 designt das Duo dann unter eigenen Namen und ändert ihren Namen zu „Talbot Runhof". Ihrem Stil bleiben sie jedoch treu, unter dem Motto „gehe nie zu weit, aber immer weit genug" kreieren und zeigen sie seit Umzug im Jahr 2006 in Paris. Auf den Laufstegen ihrer Frühjahrs-/Sommerkollektion 2017 waren gleich mehrere Trends zu sehen: Sportswear, Safari, opulente Abendrobe, Oversize, Drapage und Off-Shoulder. 

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Dorothee Schumacher

Während viele große Marken der Berliner Modewoche den Rücken kehren, bleibt Dorothee Schumacher der deutschen Hauptstadt treu und beweist, dass man auch erfolgreich sein kann, ohne in New York, Paris oder Mailand gezeigt zu haben – 1989 gründete sie ihr Label, seit 2009 zeigt sie ihre Entwürfe auf der Fashion Week Berlin. Gänzlich möchte die deutsche Designerin aber nicht auf die internationale Modeluft verzichten und lud Anfang Oktober 2016 im Rahmen Fashion Week zum Cocktail in einen Pariser Showroom.

Girls just wanna have fun. Dorothee and @belmodotiany in front of our new Paris showroom #dorotheeschumacher #pfw #streetstyle

Ein von Dorothee Schumacher Official (@dorotheeschumacher) gepostetes Video am

12.10.2016