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Superfood für die Haut

Matcha-Tee, Chia-Samen, Quinoa und Avocado helfen uns, gesund und fit zu bleiben. Außerdem machen die Powerstoffe schön – nicht nur von innen, sondern auch von außen. In Beautyprodukten laufen sie zur Höchstform auf.

TEXT Stephanie Neubert
FOTOS Pixabay, The Body Shop, Hersteller, amazingy.com, asos.de, über net-a-porter.com, niche-beauty.com, savuebeauty.com, greenglam.de

Was wie eine neumodische Worterfindung klingt, ist der Begriff für natürliche Nahrungsmittel wie Früchte, Nüsse, Gemüse und Kräuter mit einer überdurchschnittlich hohen Nährstoffdichte. Sogenannte Superfoods enthalten eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralien, sekundären Pflanzenstoffen, Antioxidantien und Spuren elementen. Supermodels wie Miranda Kerr schwören auf diese nahrhaften Superhelden, denn sie geben Energie, stärken das Immunsystem und sind echte Beauty-Booster für strahlende Haut. Dabei ist das Wissen um die meisten Vitalstoffe nicht neu: Die zellschützende und heilende Wirkung etwa der Gojibeere ist seit Jahrhunderten in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bekannt. Doch nicht nur exotische Früchte zählen zu den Superfoods, sondern auch viele Nahrungsmittel, die bei uns wachsen – wie Spinat, Blaubeeren,  Leinsamen, Walnüsse und eine ganze Reihe heimischer Wildkräuter. Kein Wunder, dass sich immer mehr Kosmetikhersteller das Potenzial der Power pakete zunutze machen. In Kalifornien haben die Gründer von The Body Deli einen Hype um Superfood-Kosmetik ausgelöst. Ihre Produkte auf der Basis von Frucht-, Gemüse-, Algen- und Getreideextrakten sollen durch dauerhafte Kühlung ihre volle Wirkung entfalten und so noch effektiver werden. Die Liste der positiven Eigenschaften ist lang und variiert von Superfood zu Superfood

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AÇAIBEEREN

WOHER ES KOMMT: Als Frucht der Kohlpalme wächst die Açai-Beere in den Regenwäldern Südamerikas und ist dort schon lange ein gängiges Nahrungsmittel. Die Ureinwohner setzten die dunkelrote Beere zur Gesundheitsförderung ein.

BEAUTYEFFEKT: Sie gilt als der Faltenkiller schlechthin. Die Açai-Beere strotzt nicht nur vor Vitaminen, sie ist auch reich an Antioxidantien – der Gehalt ist höher als in Cranberrys –, diese schützen die Haut vor Sonnenschädigungen
und anderen Umweltbelastungen, die eine frühzeitige Hautalterung fördern. Das Öl der Frucht wirkt angenehm feuchtigkeitsspendend.

 

AVOCADO

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WOHER ES KOMMT: Ursprünglich stammt der Avocadobaum, der zur Familie der Lorbeergewächse zählt, aus Mexiko und wurde dort bereits von den Azteken kultiviert.

BEAUTYEFFEKT: Die birnenförmige Frucht enthält viele lebenswichtige Amino säuren sowie wertvolle B-Vitamine und eine geballte Ladung Vitamin E, das für die Zellerneuerung zuständig ist. Die Haut wird mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt, bleibt geschmeidig und elastisch. Ideal, wenn man in den kalten Monaten Probleme mit trockener Haut hat.

 

BROKKOLI

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WOHER ES KOMMT: Der aus Kleinasien stammende Brokkoli war in Europa zunächst nur in Italien bekannt. Bei den Römern war der grüne Kohl als Geheimrezept gegen Kater beliebt.


BEAUTYEFFEKT: Das reichlich enthaltene Vitamin C kurbelt die Bildung von Kollagen an und wirkt antioxidativ. Für seine geballte Anti-Falten-Wirkung ist wahrscheinlich der sekundäre Pflanzenstoff Sulforaphan verantwortlich. Außerdem ist Brokkolisamenöl, das neben Öl- und Linolsäure die seltene Erucasäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure, enthält, ein idealer Durstlöscher für trockene Haut.

 

CHIASAMEN

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WOHER ES KOMMT: Für die alten Mayas und Azteken waren die Samen der Pflanze, die eng mit unserem Salbei verwandt ist, Grundnahrungsmittel und Heilmittel in einem. Sie verbesserten damit ihre Kraft, Konzentration und Ausdauer.

BEAUTYEFFEKT: Chia-Samen enthalten doppelt so viel Protein wie die meisten Samen oder Getreidesorten. Mit ihrem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren wirken sie Entzündungen und damit Mitessern und Pickeln entgegen. Vitamin B3 und Zink helfen bei Rötungen und Schuppen und sorgen dafür, dass die Haut geschmeidig und ebenmäßig bleibt. Insbesondere das Öl der Chia-Samen verbessert die Hautelastizität und Spannkraft.


GOJIBEEREN

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WOHER ES KOMMT: Die asiatische Gojibeere zählt zu den gesündesten und nährstoffreichsten Früchten der Welt. In der chinesischen Medizin nennt man sie „Frucht des langen Lebens“ und setzt sie zur Stärkung des Immunsystems ein.

BEAUTYEFFEKT: Aufgrund ihrer starken antioxidativen Kraft und der hohen Konzentration von Vitamin? C, Vitamin B und E sind Gojibeeren in der Lage, das Wachstum und die Regeneration der Zellen zu stimulieren und sie effektiv vor Zellschäden zu schützen und so den Alterungsprozess der Haut zu bremsen.


GRÜNKOHL

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WOHER ES KOMMT: Seine Heimat ist der östliche Mittelmeerraum, wo er von den Griechen und Römern angebaut wurde. Lange Zeit als Winterkohl im Norden Deutschlands verbreitet, ist er mittlerweile das Trendgemüse schlechthin.

BEAUTYEFFEKT: Der grüne Kohl mit den krausen Blättern zählt zu den nährstoffreichsten Gemüsesorten überhaupt. ln ihm stecken Ballaststoffe, verschiedene B-Vitamine, Vitamin E und Mineralstoffe sowie ein hoher Gehalt an den Carotinoiden Lutein und Beta-Carotin. Diese gehören zu den stärksten Waffen gegen oxidativen Stress? – ideal, um Hautschäden vorzubeugen.


KOkosnuss

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WOHER ES KOMMT: Die Kokospalme dient den Bewohnern tropischer Küsten seit Jahrtausenden als gesunde Nahrungsquelle und hervorragendes Beauty-Elixier.

BEAUTYEFFEKT: Kokoswasser, das aus der unreifen, grünen Kokosnuss gewonnen wird, enthält besonders viele Elektrolyte, die den Stoffwechsel ordentlich ankurbeln. Antioxidantien fördern wiederum die Zellregeneration
und verlangsamen den Hautalterungsprozess. Kokosöl spendet viel Feuchtigkeit und wirkt zugleich antibakteriell, Laurinsäure raubt Entzündungen den Nährboden und ist bei vielen Hautproblemen einsetzbar.

 

KURKUMA

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WOHER ES KOMMT: Der gesundheitliche Nutzen des Ingwergewächses. Kurkuma, das ursprünglich aus Asien stammt, ist in Indien, Nordafrika und China schon lange bekannt, es wird dort bei verschiedensten Erkrankungen, von Herz-Kreislauf-Problemen bis Krebs, eingesetzt.

BEAUTYEFFEKT: Kurkumaöl sowie Kurkumin, die Substanz, die dem Gewürz die gelbe Farbe verleiht, haben eine antibakterielle Wirkung. Außerdem reguliert Kurkuma die Talgproduktion und hemmt ein Enzym, das für Hyperpigmentierung verantwortlich ist.


Matcha

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WOHER ES KOMMT: Matcha ist ein zu feinstem Pulver vermahlener Grüntee, der in der japanischen Teezeremonie verwendet wird und ursprünglich aus China kommt. Buddhistische Mönche nutzten den „Wachmacher“, um länger und intensiver meditieren zu können.

BEAUTYEFFEKT: Matcha-Tee ist reich an wichtigen Nährstoffen wie z. B.
Katechinen, Aminosäuren und Polyphenolen. Matcha wirkt zellschützend und verhindert, dass freie Radikale in die Haut dringen und sie beschädigen
können. Außerdem wirkt er äußerlich angewendet antibakteriell, was vor allem bei unreiner und öliger Haut nützlich ist.

 

MORINGA

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WOHER ES KOMMT: Der ursprünglich aus der Himalaya-Region stammende Baum ist auf mehreren Kontinenten sowohl Nahrungsmittel als auch Heilpflanze. Weil er extrem widerstandsfähig ist, wird er oft „Baum des Lebens“ genannt.

BEAUTYEFFEKT: Die Pflanze enthält überdurchschnittlich viele antioxidative Stoffe und essenzielle Aminosäuren sowie das Phytohormon Zeatin, das Zellwachstum, Zellteilung, Nährstoffumwandlung und den Energietransport optimiert. So wird die Eigenproduktion von Kollagen angekurbelt und damit die Festigkeit und Elastizität der Haut wesentlich verbessert.

 

PROBIOTIKA

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WOHER ES KOMMT: Milchsäurebakterien kennt man hauptsächlich aus Joghurt, sie regen die Verdauung an und wirken sich positiv auf die Darmflora aus.

BEAUTYEFFEKT: Probiotika bilden in der Kosmetik einen neuen Ansatz. Sie hemmen Entzündungsprozesse, die für die Hautalterung verantwortlich sind, und stärken die Hautbarrierefunktion. Angewendet wird probiotische Kosmetik vor allem bei Problemhaut, denn antimikrobe Bakterienstämme sind in der Lage, die für Akne oder Rosazea verantwortlichen Bakterien auf der Haut außer Gefecht zu setzen. Die Haut wird ebenmäßiger und glatter.

 

WEIZENGRAS

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WOHER ES KOMMT: Weizen gehört botanisch zur Familie der Süßgräser, im Gegensatz zum Korn ist das Weizengras glutenfrei. Verwendet werden die jungen grünen Halme. Als Lebensmittel wurde es bereits im antiken China
verzehrt.

BEAUTYEFFEKT: Frisches Weizengras enthält reichlich Eisen, Vitamin C und auch Zink. Weizengras gilt als eine der chlorophyllreichsten Pflanzen überhaupt. Chlorophyll pusht den Sauerstoffgehalt im Blut und hilft so den Körperzellen, Nährstoffe besser aufzunehmen. Zudem besitzt es reinigende, antibakterielle und belebende Eigenschaften.

 

BUch-Tipps:

Superfoods werten jeden Speiseplan auf. Diese Bücher enthalten leckere Rezepte mit den wichtigsten Kraftpaketen aus der Natur.

13.10.2016